Papierflieger

Senkrechtstarter

Du willst durchstarten,
hast aber noch viele Fragen?

Was unterscheidet die Uni von einer FH? Was passt zu mir? Oder, was bedeutet c.t. und s.t.? Was ist der Unterschied zwischen einer Übung und einem Seminar? Was ist und wo war noch gleich HS VII? Habe ich überhaupt noch Zeit für Freunde und wie finanziere ich mein Studium?

Selbst viele Eltern kennen sich in Hochschuldingen nicht aus und wissen keine Antworten auf Deine Fragen. Aber unsere Studienpaten können das!

Wir – die Stipendiaten und jungen Altstipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung – wissen, was wichtig ist und worauf es für Dich als Abiturient ankommt. Wir beraten Dich persönlich und geben Dir die Orientierungshilfe, die Du auf dem Weg von der Schule ins Studium brauchst.

Den Studienalltag zeigen wir Dir so wie er ist, indem wir Dich einfach mit an die Uni oder FH nehmen. Wir erklären Dir genau, wie man seine Chancen nutzt und den Einstieg ins Studium meistert.

Blog

So bekommst du ein Stipendium

Studieren ist Dir zu teuer? Keine Angst, ein Stipendium hilft Dir alle Ausgaben zu bezahlen. Hier erfährst Du wie du Dein Wunschstipendium bekommst.

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Hasan: Das Studium ist der Eintritt in eine neue Welt

 

Hier erzählt er im Gespräch mit Pia Steckelbach von seinem Weg, der alles andere als vorgezeichnet war.

 

„Ich wusste in der Schule lange nicht, was ich einmal machen wollte. Schon das Abi schien mir wie ein Doktortitel. Ich kannte kaum jemanden, der eine Uni besucht hat. Dann habe ich das Senkrechtstarter-Programm kennengelernt.

Senkrechtstarter hilft, die richtigen Fragen zu stellen

Mathe lag mir, ich mochte Zahlen. Das war wohl auch meiner Wirtschaftslehrerin aufgefallen: Sie wies mich auf die Senkrechtstarter hin. Ich habe eine Email geschrieben und war kurze Zeit später in Kontakt mit zwei Paten: einem BWL-Studenten und einer Medienwirtschaftlerin. Die beiden haben mir erst einmal ein paar grundlegende Dinge erklärt, wie zum Beispiel den Unterschied zwischen BWL und VWL und worauf ich bei der Wahl meines Studienortes achten sollte. Mit ihnen habe auch die Bewerbung für die Uni besprochen und mich auf ein Stipendium beworben. Dabei wusste ich zunächst gar nicht, was ein Stipendium ist und dass man keinen perfekten Abischnitt braucht, um eins zu bekommen. Mein Problem war damals nicht, dass ich falsche Antworten hatte, sondern das ich nicht wusste, welche Fragen ich überhaupt stellen sollte. Meine Paten haben mir dann auch den Campus der Uni Stuttgart gezeigt, daran kann ich mich noch gut erinnern: Die Gebäude sahen aus wie meine eigene Schule, nur etwas größer. Plötzlich hat sich ein Studium machbar angefühlt, es war nicht mehr so weit weg. 

Wenige Erstakademiker wagen Master

Ursprünglich komme ich aus Sindelfingen, der Stadt von Mercedes Benz. Mein Vater ist als Gastarbeiter aus der Türkei gekommen, hat später meine Mutter nachgeholt. Meine Eltern wissen, wie es ist, Geld mit den eigenen Händen zu verdienen. Sie wollten immer, dass es meinen beiden älteren Geschwistern und mir nicht so geht. Wir sollten einmal mit unseren Köpfen, nicht mit den Muskeln arbeiten.

Ich bin einem bildungsfernen Elternhaus aufgewachsen und habe einen Migrationshintergrund.  Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand wie ich einen Masterstudiengang abschließt, ist Statistiken zufolge eher gering. Dass ich es doch geschafft habe, kann ich zu großen Teilen den Senkrechtstartern verdanken. Ohne die Hilfe am Anfang wäre ich schon bei der Wahl des Studiums überfordert gewesen. Ich habe letztendlich VWL an der Uni Tübingen studiert und einen Master in Management Technologie an der TU München gemacht. Das ist ein Mischstudiengang, in dem ich mich hauptsächlich mit Finance und im Nebenfach mit Chemie beschäftigte. Für mich war klar, dass ich mich während meines Studiums auch als Pate bei den Senkrechtstartern engagieren würde. Ich wollte der Community von der anderen Seite etwas zurückgeben. 

Viele haben ein falsches Bild vom Studium

Ich habe mit den Senkrechtstartern viele Schulen besucht, um das Programm vorzustellen. Mir ist bei den Besuchen aufgefallen, dass wir sehr vielen Schülerinnen und Schülern erst einmal Mut zusprechen müssen. Viele, die nicht aus einem akademischen Elternhaus kommen, trauen sich ein Studium nämlich gar nicht zu. Diese Schülerinnen und Schüler haben häufig Angst, dass Uni mit zu viel Aufwand verbunden ist. Ich mache ihnen klar, dass es zeittechnisch und auch finanziell gar keine so großen Unterschiede zu einer Ausbildung gibt, die viele als deutlich einfacher und sicherer einschätzen. Eine Ausbildung beansprucht acht Stunden Zeit an fünf Tagen der Woche. Wer so viel in ein Studium investierst, kommt mit einer 1,0 raus! - Okay, das ist vielleicht etwas übertrieben, aber ich finde, dass eine Ausbildung nicht immer die weniger aufwändigere Alternative zum Studium ist. Viele Schüler sagen auch: ‚Hey, meine Eltern können mich nicht finanzieren, wie soll ich das hinbekommen?‘ Aber in Deutschland gibt es zum Glück extrem viele Programme und Förderungen. (Hier findet Du ein paar Beispiele) Wenn man seine Finanzen im Blick behält und sich Unterstützung holt, sollte es für jeden möglich sein.

Mein Migrationshintergrund ist eine Stärke

Ich bin mittlerweile 25 Jahre alt und als ich auf das Gymnasium gekommen bin, gab es dort kaum Kinder mit türkischem Migrationshintergrund. Ich hatte keine Vorbilder, mit denen ich mich identifizieren oder über Uni austauschen konnte. Ich wusste zum Beispiel nicht, dass man einen Doktor auch in einem Gebiet wie Wirtschaftswissenschaften machen kann. Dafür habe ich in meinem eigenen Umfeld verschiedene Geschichten zum Thema Bildung kennengelernt. Zum Beispiel meine Geschwister: beide haben erst die Hauptschule besucht, anschließend die Realschule und erst dann das Gymnasium. Beide haben heute einen Uniabschluss.

Als Senkrechtstarter mit Migrationshintergrund kann ich anders auf Schülerinnen und Schüler zugehen, die ebenfalls eine Zuwanderungsgeschichte haben. Viele Leute wie ich haben zwei Identitäten: Obwohl man im familiären Umfeld keinen großen Bezug zu Bildung hatte, ist man plötzlich unter Menschen, die ein Studium mit Masterabschluss erwarten. Der Spagat besteht darin, sich in diesen beiden Welten bewegen zu können, ohne eine von ihnen auszuschließen. Diese Stärke schreibt man nicht in den Lebenslauf, aber sie hilft auch im Arbeitsleben ungemein weiter. Man entwickelt so die Fähigkeit, sich mit den verschiedensten Leuten an ein Projekt zu setzen.

Vom Senkrechtstarter-Programm profitieren nicht nur die Schülerinnen und Schüler. Als Pate nehme ich für mich persönlich sehr viel von dem Austausch mit. Das hilft mir mittlerweile auch, wenn ich auf der Arbeit selbst Bewerbungsgespräche führen muss. Ich bekomme schnell einen Zugang zu den unterschiedlichsten Menschen.

Hätte mir jemand in der 10.Klasse gesagt, das ich mal einen Master machen werde, hätte ich gesagt: Erzähl mir nichts! Mein Masterabschluss ist für mich ein kleiner Quantensprung. Ich denke aber nicht, dass ich etwas Unmögliches geschafft habe. Ich habe probiert, das Beste aus meiner Situation zu machen und ich hatte Glück, dass ich auf das Senkrechtstarter-Programm gestoßen bin. Senkrechtstarter war für mich der kleine Schmetterlingsschlag, der eine riesen Auswirkung hatte. Ich wünsche mir, dass es noch vielen anderen Schülerinnen und Schülern genau so geht!“

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Wie läuft ein Stipendiums-Auswahlgespräch?

Adrenalin im Hemd

Normalerweise trage ich keine Hemden in Zoom-Meetings. An diesem Vormittag war es anders – meine schriftliche Bewerbung für die journalistische Nachwuchsförderung der Konrad-Adenauer-Stiftung, in die ich viel Arbeit gesteckt hatte, war akzeptiert worden. Zwischen mir und einem möglichen Stipendium lag jetzt nur noch diese eine Stunde Online-Gespräch. Da war es klar und normal, dass ich ziemlich aufgeregt war. Ich hatte mir vorgenommen, einfach als der Mensch aufzutreten, der ich bin. Rückblickend würde ich sagen, dass das eine gute Strategie war.

 

Eine sehr intensive Stunde

Ich wurde mit jeder Minute angespannter, weil ich mir ja keinen Fehltritt erlauben wollte. Als ich mich in das Meeting einloggte, stand mir das Adrenalin bis zum Hals. Doch erstmal wurde ich in einem virtuellen von einer Stiftungsmitarbeiterin in einem virtuellen Warteraum mit Smalltalk und guten Wünschen begrüßt. So fühlte ich mich trotz meiner Anspannung gleichzeitig wohl in der Situation. Ein etwas seltsames, aber ermutigendes Gefühl.

Als ich zur Auswahlkommission vorgelassen wurde, blieb nicht viel Zeit für Smalltalk: „Sie wollen Geschichte studieren. Welches Themengebiet fasziniert Sie denn besonders?“ Ich durfte mein Thema also selbst setzen und entschied mich für mein mündliches Abiturthema, (den Beginn des ersten Weltkriegs). Darüber sprach ich über 15 Minuten und beantwortete einige Rückfragen. Ein dankbarer Einstieg, so weit so gut. 

Im zweiten Teil des Gesprächs wurde es tatsächlich etwas ungemütlicher. Nicht übermäßig, aber wie es eben in Prüfungssituationen auftreten kann. Vergleichbar mit dem mündlichen Abitur, würde ich sagen. Auf die Frage, warum ich mich bei der Konrad-Adenauer-Stiftung bewarb, antwortete ich, dass mich der Antrittsbesuch des Bundespräsidenten Steinmeier in Stuttgart 2017 sehr geprägt und motiviert habe, mich aktiv für unsere Demokratie einzusetzen. Aber für “Demokratie” würden ja auch andere Stiftungen stehen - warum also keine andere Stiftung? Diese Frage wurde mir drei Mal gestellt. Mit jedem Mal beschlich mich ein wenig mehr das Gefühl, meine Antworten seien nicht ausreichend, irgendwie falsch. Es war nicht ganz einfach, dem zu widerstehen. Doch ich fing nicht an, mir irgendetwas zurecht zu spinnen, von dem ich das Gefühl gehabt hätte, die Prüfenden hätten es vielleicht lieber gehört. 

Zum Schluss wurde ich gefragt, ob ich denn wisse, wer meine künftige Universität, die Humboldt-Universität, gegründet habe. Dass es einer der beiden Humboldts war, wusste ich. Nur nicht, welcher. Ich begann also, zu erörtern, was für den einen und was für den anderen sprechen könnte. Mein Unwissen fühlte sich in der Situation selbst nicht gut an – trotzdem glaube ich, dass meine Antwort die beste war, die ich in dieser Situation hätte geben können.

 

Es geht um Dich als Menschen

Denn ich glaube, dass es vor allem wichtig ist, einen Eindruck als Charakter zu hinterlassen. Faktenwissen spielt da eher eine untergeordnete Rolle. Deshalb glaube ich rückblickend, dass es gut war, mich im Gespräch so wenig wie möglich zu verstellen. So konnte ich mit den teilweise mehreren Nachfragen umgehen und trotz meiner Wissenslücke bei den Uni-Gründern wenigstens den Eindruck hinterlassen, dass ich an zielgerichtetem Nachdenken und begründetem Argumentieren interessiert bin. Mein Tipp daher: Gehe vor dem Gespräch nochmal in Dich und fragt euch, was euch ausmacht und was euch zu eurer Bewerbung motiviert hat. Dann hinterlässt Du im Idealfall bei der Auswahlkommission den Eindruck, dass sie es mit einem förderwürdigen Menschen zu tun haben.

Allgemeine Tipps zum Auswahlgespräch gibt’s hier auf Instagram.

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Berufsorientierung: Schon im Studium ein Rennauto bauen

Du bist schon als Kind im Tretauto durch die Straßen gedüst? Dann kannst du dir bei den "Speeding Scientists" vielleicht einen kleinen Traum wahrmachen.

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Finde Deinen Studienpaten auf der Karte

Das Studienpatenschaftsprogramm Senkrechtstarter

Ist Senkrechtstarter etwas für Dich?

  • Du strebst als Erster in Deiner Familie einen Studienabschluss an? Deine Eltern haben nicht studiert und können Dir deshalb viele Fragen rund ums Studium nicht beantworten?
  • Deine Eltern kommen aus dem Ausland und kennen sich in der deutschen Hochschullandschaft nicht so gut aus?
  • Du bist vielseitig interessiert, engagiert und willst in Deinem Leben etwas bewegen?
  • Du möchtest nicht nur zum Durchschnitt gehören?

Dann bist Du bei uns genau richtig! Wir unterstützen Dich aus Deinem Talent etwas zu machen!

Finde Deinen Studienpaten; er kann Dir Deine Fragen beantworten. Mit Hilfe der Deutschlandkarte kannst Du in Erfahrung bringen, wo wir überall aktiv sind und direkt mit den Studienpaten vor Ort Kontakt aufnehmen.

Trau Dich! Triff Dich persönlich mit Deinem Studienpaten und erkunde gemeinsam mit ihm den Campus.